Ermessenstrusts

Der Ermessenstrust bietet dem Trustee die noetige Flexibilitaet, um Ausschuettungen an die sich aendernden Umstaende Ihrer Familie und Ihres Vermoegens anzupassen.

Der Ermessenstrust: Flexibilitaet und Schutz

Der Ermessenstrust ist die in der internationalen Praxis am weitesten verbreitete Form des Trusts. Sein pragendes Merkmal liegt in der dem Trustee eingeraeumten Befugnis, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, wie Ertraege und Kapital des Trusts unter einer in der Trust-Urkunde definierten Klasse von Beguenstigten verteilt werden. Kein Beguenstigter hat einen festen Anspruch auf die Vermoegenswerte — er hat lediglich eine Anwartschaft.

Diese Flexibilitaet macht den Ermessenstrust zum bevorzugten Instrument fuer Nachfolgeplanung, Vermoegensschutz und Familien-Governance. Der Trustee kann Ausschuettungen entsprechend der sich entwickelnden Beduerfnisse der Beguenstigten, gesetzgeberischen Aenderungen oder wirtschaftlichen Umstaenden anpassen.

Vorteile eines Ermessenstrusts

  • Vermoegensschutz: Die Trust-Vermoegenswerte gehoeren weder dem Settlor noch den Beguenstigten. Sie sind vor persoenlichen Glaeubigern der Beguenstigten, Scheidungsverfahren und beruflichen Haftungsrisiken geschuetzt.
  • Flexibilitaet bei der Nachfolge: Der Trustee kann Ausschuettungen an die tatsaechlichen Beduerfnisse jedes Beguenstigten, sein Alter, seine Reife und persoenlichen Umstaende anpassen, ohne an feste Anteile gebunden zu sein.
  • Anpassungsfaehigkeit: Als Reaktion auf gesetzgeberische, steuerliche oder familiaeere Aenderungen kann der Trustee seine Ausschuettungsstrategie aendern, ohne die Trust-Urkunde zu modifizieren.
  • Vertraulichkeit: Die Ermessensstruktur beschraenkt die Informationen, die Beguenstigte ueber Zusammensetzung und Wert des Trust-Vermoegens erhalten.
  • Generationenuebergreifende Governance: Der Ermessenstrust ermoeglicht die Verwaltung der Vermoegensuebergabe ueber mehrere Generationen hinweg, unter Wahrung der Familieneinheit und Verhinderung der Vermoegenszersplitterung.

Funktionsweise in der Praxis

In einem Ermessenstrust uebertraegt der Settlor Vermoegenswerte auf den Trustee und definiert eine Klasse potenzieller Beguenstigter (zum Beispiel seine Kinder, Enkel und deren Nachkommen). Der Trustee verwaltet diese Vermoegenswerte und entscheidet, unter Verwendung professionellen Urteilsvermoegens und unter Beruecksichtigung der vom Settlor in einem Wunschbrief ausgedrueckten Wuensche, wann und wie Ausschuettungen erfolgen.

Der Trustee ist verpflichtet, im Interesse der Beguenstigten als Klasse zu handeln, unparteiisch und umsichtig. Er muss regelmaessig die Beduerfnisse jedes Beguenstigten bewerten und seine Ausschuettungsentscheidungen dokumentieren. Als FINMA-lizenzierter professioneller Trustee wendet Swiss Trustee die strengsten Governance- und Transparenzstandards bei der Ausuebung seiner Ermessensbefugnisse an.

Kontroll- und Governance-Mechanismen

Obwohl der Trustee ueber weitreichende Ermessensbefugnisse verfuegt, erlauben mehrere Mechanismen die Ueberwachung der Ausuebung dieser Befugnisse:

  • Wunschbrief: Ein nicht bindendes Dokument, in dem der Settlor seine Wuensche bezueglich der Verwaltung und Verteilung der Trust-Vermoegenswerte ausdrueckt.
  • Protector: Eine Vertrauensperson mit Aufsichtsbefugnissen, wie einem Vetorecht bei bestimmten Trustee-Entscheidungen oder der Befugnis, den Trustee abzusetzen und zu ersetzen.
  • Beratungsausschuss: Ein Gremium aus Familienmitgliedern oder Beratern, das vom Trustee bei bestimmten Entscheidungen konsultiert werden kann.
  • Bestimmungen der Trust-Urkunde: Spezifische Klauseln, die die Befugnisse des Trustees regeln, zum Beispiel durch Ausschluss bestimmter Anlagearten oder Festlegung von Ausschuettungsschwellen.

Unser Team beraet Sie bei der Definition dieser Mechanismen, um das optimale Gleichgewicht zwischen der Flexibilitaet des Trustees und der Wahrung der Intentionen des Settlors zu erreichen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Ermessenstrust?
Ein Ermessenstrust ist ein Trust, bei dem der Trustee die Befugnis hat zu entscheiden, welche Beguenstigten Ausschuettungen erhalten, wann und in welchem Umfang. Im Gegensatz zu einem festen Trust hat kein Beguenstigter einen festen Anspruch auf die Trust-Vermoegenswerte.
Welche Vorteile bietet ein Ermessenstrust fuer den Vermoegensschutz?
Ein Ermessenstrust bietet erhoehten Schutz, da kein Beguenstigter ein Recht auf die Vermoegenswerte hat. Dies bedeutet, dass Glaeubiger eines Beguenstigten in der Regel keinen Zugriff auf die Trust-Vermoegenswerte haben und diese nicht zum persoenlichen Vermoegen der Beguenstigten gehoeren.
Kann der Settlor die Entscheidungen des Trustees in einem Ermessenstrust beeinflussen?
Der Settlor kann dem Trustee durch einen Wunschbrief Orientierung geben, der rechtlich nicht bindend ist, den der Trustee aber beruecksichtigt. Der Settlor kann auch einen Protector mit bestimmten Aufsichtsbefugnissen ernennen.
Ist ein Ermessenstrust fuer jede Situation geeignet?
Nein. Die Wahl zwischen einem Ermessenstrust und einem festen Trust haengt von zahlreichen Faktoren ab, darunter die Ziele des Settlors, steuerliche Ueberlegungen in den relevanten Jurisdiktionen und der gewuenschte Grad an Flexibilitaet. Unser Team hilft Ihnen, die am besten geeignete Struktur zu bestimmen.

Moechten Sie mehr ueber Ermessenstrusts erfahren?

Unser Team erlaeutert Ihnen die Vorteile und Mechanismen eines Ermessenstrusts im Kontext Ihrer persoenlichen Situation.

Vertrauliche Erstbeurteilung anfragen